Geschichte von Lectron

In den 1960er Jahren entwickelte Georg Franz Greger das System, das er am 7. Mai 1965 zum Patent einreichte. Das deutsche Patent wurde am 18. Mai 1967 zugeteilt, ein Amerikanisches am 3. Juni 1969. Ein britisches Patent wurde im Dezember 1968 als Erweiterung zu einem bereits 1966 gewährten Patent angemeldet.Erstmals wurde das Lectron System im Frühjahr 1966 auf der Nürnberger Spielwarenmesse vom Lizenznehmer und ersten Hersteller Egger-Bahn vorgestellt. Im Herbst 1966 erhielt Georg Greger auf der Electronica in München einen 1. Preis.

Ab 1966 wurden die Baukästen unter der Bezeichnung Egger Lectron vertrieben. Mit der Auflösung der Egger-Bahn wurde 1967 die Entwicklung in die Deutsche Lectron GmbH überführt. 1967 erwarb Braun die Lizenzen für Deutschland und Weltweit mit Ausnahme Nordamerikas, welche an Raytheon Eduction Company gingen. Bei Braun wurde im selben Jahr das Design der Bausteine von Dieter Rams überarbeitet und dem typischen Braun-Design angepasst. Als Neuheiten wird das bekannte und mehrfach ausgezeichnete „Braun-Buchlabor“ für Kinder und Anfänger sowie die Schülerübungs-Systeme erstellt. Raytheon vertreibt Lectron ab 1967 als Electronic Dominoes (2 Kästen) und ab 1968 als Lectron. 1968 wird ein Kasten unter dem Creative Playthings Label verkauft. Der Vertrieb wird 1969 eingestellt. Kimple-Products vertrieb 1972–1974 Restbestände von Raytheon unter der Marke Mr. Wizard’s Experiments In Electronics. 1970 werden bei Braun die, maßgeblich von Dietrich Lubs entworfenen, Demonstrationssysteme eingeführt. Ebenfalls ab 1970 sind die Handbücher in bis zu 8 Sprachen erhältlich.

Die Produktion aller Elemente und Kästen (ohne Manuale und Karton) erfolgte bis 1972 für alle Lizenznehmer bei der Deutschen Lectron GmbH in München. Die Lectron-Abteilung von Braun wird 1972 unter Leitung des Braun-Ingenieurs Manfred Walter in eine eigenständige Firma, Lectron GmbH, ausgelagert, die auch die Produktion von der Deutschen Lectron GmbH übernimmt und nach Frankfurt verlagert. Die Produktbezeichnung lautet nun Lectron. Die Produktlinie wird komplett auf Schulen ausgerichtet. In dieser Zeit kommt eine Vielzahl neuer Bausteine hinzu. In Italien werden ab 1973 Lectron-Kästen vom bisherigen Vertriebspartner INELCO unter eigenem Namen veröffentlicht.

Aus Alters- und steuerlichen Gründen überträgt Manfred Walter 2001 das Lectron-System mitsamt der Produktionsanlagen dem Frankfurter Verein für soziale Heimstätten als Schenkung. Die Kästen werden nun in der Reha Werkstatt Oberrad hergestellt.